Guter-Samariter-Gesetz
First Aid & CPR British Columbia
Der barmherzige Samariter: Mitgefühl und Schutz
Die aus der Bibel (Lukas 10,25-37) stammende Parabel vom barmherzigen Samariter erzählt, wie ein halbtot zurückgelassener Reisender von einem Fremden gerettet wird, der ihn versorgt und für ihn sorgt. Über ihren religiösen Kontext hinaus trägt sie eine universelle Botschaft: die moralische Pflicht, anderen in Gefahr aus Mitgefühl und Selbstlosigkeit zu helfen.
Von diesem Grundsatz inspiriert, wurden weltweit zahlreiche Gesetze des barmherzigen Samariters erlassen, die jene vor rechtlicher Verfolgung schützen, die in einem Notfall in gutem Glauben Hilfe leisten. Der genaue Umfang dieses Schutzes ist jedoch von Rechtsordnung zu Rechtsordnung unterschiedlich: Nachfolgend finden Sie, was das für Ihre Region geltende Recht vorsieht.
Ihr Schutz nach dem Gesetz
In British Columbia schützt der Good Samaritan Act jeden, der am unmittelbaren Ort eines Unfalls medizinische Notversorgung oder Hilfe leistet: Diese Person kann nicht für Verletzung oder Tod des Opfers haftbar gemacht werden, außer bei grober Fahrlässigkeit. Das Gesetz deckt die Notfallhilfe als Ganzes ab, wozu auch der Einsatz eines Defibrillators gehört, ohne dass ein eigenes Gesetz nötig wäre. Es gilt nicht für Personen, die ausdrücklich zu diesem Zweck angestellt sind oder in Gewinnabsicht handeln.
Keine Handlungspflicht, aber jeder Grund zu handeln
In British Columbia verpflichtet Sie kein Gesetz zur Hilfeleistung: Anzuhalten und zu helfen liegt ganz in Ihrem Gewissen, niemals in einer Pflicht. Das Gegenstück zu dieser Freiheit ist ein weitreichender Schutz, der sowohl Erste Hilfe als auch den Einsatz eines AED umfasst, sofern Sie in gutem Glauben handeln. Sie sind also frei einzugreifen, ohne die rechtlichen Folgen Ihres guten Willens fürchten zu müssen.
Warum Ausbildung unerlässlich ist
Ein Herzstillstand kündigt sich nicht an: Er trifft zu Hause, auf einem Wanderweg, in einem Einkaufszentrum in Vancouver ebenso wie in einer abgelegenen Gemeinde im Landesinneren. Jede Minute ohne Wiederbelebung senkt die Überlebenschance um rund 10 Prozent, und in einer so weiten Provinz wie British Columbia kann Hilfe mehrere Minuten entfernt sein. Deshalb macht der geschulte Ersthelfer den ganzen Unterschied: Seine Hände überbrücken die Zeit, bis der Rettungswagen eintrifft. Sich in Wiederbelebung zu schulen bedeutet, sich die Kraft zu geben, dort zu handeln, wohin der Zufall Sie stellt.